Ein kleines Upgrade

Viel passiert hier und viel habe ich auch in den letzten Wochen erlebt.

Ein absolutes Highlight war ein so außergewöhnliches Erlebnis, dass man es nicht mal auf meiner Bucket List finden konnte: Snow Shelving, Snow Caving oder wie auch immer ihr es nennen möchtet. Für alle, die mit diesen Begriffen jetzt so nichts anfangen können: Wir haben Snow Shelters bzw. Snow Caves (Iglu ähnlich) auf dem Remarkables (ein Berg hier, der beliebt fürs Ski fahren ist) gebaut und darin dann übernachtet. Einfach unglaublich! Etwas, wozu ich wohl nie wieder die Chance bekommen werde… Das Ganze lief über die Schule als Projekt des Faches „Outdoor Education“. Und während wir beim Bau des Shelters an diesem warmen Tag nur in Shirt und Leggins inmitten des Schnees ins Schwitzen kamen, war es in der Nacht eiskalt. 3 Paare ultra dicke Socken und trotzdem konnte ich aufgrund meiner kalten Füße nicht schlafen. Könnte aber auch daran liegen, dass wir eine Luftmatratze anstelle einer Yogamatte als Schlafmatte gewählt haben und dabei ein einfaches physikalisches Gesetz übersehen haben: Selbst wenn man mit der Luftmatratze weiter vom kalten Boden entfernt ist, nimmt die Luft in der Matratze die Temperatur der Untergrunds an und ist somit überhaupt nicht isolierend… Da sieht man mal, wozu Physik alles gut ist!

Snow Caving

Dann hatten wir zwei Wochen Ferien, die ich hier in Queenstown verbracht habe: Zuerst hauptsächlich mit meiner lieben Gastschwester, die jetzt leider wieder bei euch um die Ecke in Italien hockt und dann natürlich mit allen anderen Freunden, die nicht gerade auf einer Tour waren. Aber uns wurde hier in Queenstown nicht langweilig. Mit verrückten „Walks“, Minigolf, der Skyline, tollen Restaurants und anderen wunderbaren Aktivitäten waren dann auch die Ferien schneller um als erwünscht…

Fun with my friends

Nach den Ferien hatten wir noch ein paar Wochen Schule und jetzt, wo die Kiwis „Exams“ schreiben, erkunden wir Internationals die Südinsel mit von der Schule organisierten Trips. Letzte Woche hatten wir das Mount Cook Camp, welches sich schnell als Back Packer Aufenthalt entpuppte, da am zweiten Tag unsere Zelte halb wegflogen. Diese Tage verbrachten wir dann mit Wandern, den Hot Pools und einem „Glacier Jet Boat Ride“. Gestern und heute waren wir am südlichen Zipfel Neuseelands (Riverton, in der Nähe von Invercargill) für einen Marae Trip (traditionelles Maori Erlebnis). Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass ich noch einmal so gute Einblicke in die Kultur der Ureinwohner hier bekomme. „It was amazing!“ Viel Tradition und auch die ein oder andere gute Lehre. Und als kleines Extra: Ich war nun endlich im pazifischen Ozean schwimmen :). Neben den Trips von der Schule organisieren wir mit Freunden auch andere tolle „Adventures“. So zum Beispiel den ZipTrek bei der Skyline mit der steilsten Seilbahn der Welt oder Canyoning (Seilbahn, Klettern, Abseilen, Rutschen und Springen: einen „Canyon“ entlang)

Das wars dann erstmal von mir. Bis bald!

Mein Dauerhoch

Okay. Hier bin ich mal wieder. Die letzten Wochen sind wie im Flug vergangen. Es ist so viel passiert, dass ich bisher leider nicht die Zeit gefunden habe, euch etwas zu schreiben… Aber umso mehr kann ich euch nun berichten:

In der Schule habe ich mich gut eingelebt: Die so anderen Prinzipien des Schulsystems verstanden, viele Leute kennen gelernt und neue Freunde fürs Leben getroffen. Auch mit meiner Gastfamilie habe ich echt Glück. Ich verstehe mich super mit meinen Gasteltern und es wird nie langweilig mit meiner kleinen Kiwi-Gastschwester und der anderen, italienischen Gastschülerin, die nicht nur eine Gastschwester ist, sondern auch zu einer guten Freundin geworden ist.

Die Natur ist hier so ausgeprägt, dass es langsam selbstverständlich wird, inmitten einer „Wunderwelt“ zu wohnen. Und doch findet man sich bei jedem einzelnen Tramp in einer neuen unglaublichen Umgebung wieder. Wir wandern hier viel aufgrund des Faches Outdoor Education. Und vielleicht wird mich jetzt der eine oder andere bemitleiden… ich meine, wandern? Ist das nicht, was jedes Kind hasst? Ich liebe es hier. Wie jeder hier. Mit den besten Freunden einfach nur zu laufen, wunderbare Orte zu entdecken, den Augen nicht mehr zu trauen… Über Bäche springen, an Wasserfällen vorbei, lange Hängebrücken überqueren und durch den Schnee stapfen, wobei man nicht nur einmal bis zu den Knien einsinkt… Und dann über Nacht mit Freunden in der Hütte Karten spielen, Rätsel in der großen Runde lösen und Werwolf spielen… Ich möchte keinen dieser Momente missen!

Aber es ist nicht nur die Natur. Hier in Queenstown trifft man so viele Leute von überall auf der Welt – aus Italien, Chile, Belgien, Brasilien, Südafrika, Japan, Vietnam, den USA und natürlich auch aus Deutschland – mit denen ich übrigens nur auf Englisch rede, auch wenn wir alleine sind.

Ich mag meine „Clique“ so sehr und vermisse sie jetzt schon, da sie alle in einem halben Jahr gehen… Aber ich bin sicher, ich lerne hier noch so viele andere wunderbare Menschen kennen…

Natürlich bin ich hier nicht nur wandern: Ich habe Städte, wie Wanaka oder Invercargill besucht, Water Piek bestaunt, war in der Skyline und bin Luge gefahren, erlebte die Eröffnung der Winter Games auf Cornet Piek, war im Haunted House… und sooo viel mehr!  Aber auch ein einfacher Tag in der Stadt oder ein kleiner Spaziergang in Lake Hayes mit Freunden beherbergten wunderbare Momente… Davon gibt es übrigens momentan ganz viele da wir mit „Steptember“ uns selbst für einen guten Zweck einen Monat lang zu 10000 Schritten am Tag motivieren, was zwar durchaus machbar ist aber manchmal noch einen kleinen Spaziergang erfordert. 🙂

Ich schrieb, noch bevor alles begann, von Hoch und Tiefs – Ups and Downs- und mein momentaner Status dazu ist: Die Downs können warten! Ich genieße jetzt erst mal das Dauerhoch!

In diesem Sinne: Man sieht sich. Ich hoffe, ich komme nächstes mal eher zum Schreiben.

PS: Ich möchte mich herzlichst für die lieben Kommentare, die ich bekommen habe, bedanken! Hier noch eine kleine Auswahl an Bildern, um einen Eindruck zu bekommen.

Routburn Track

Sunset at Lake Wakatipu

First week

Die Zeit rennt. Jetzt bin ich schon über eine Woche hier. Und obwohl diese Woche so schnell verging, ist in diesen paar Tagen extrem viel passiert.

Die ersten Tage verbrachte ich bei einer Übergangsfamilie. Es waren tolle, spannende Tage und ich hatte viel zu entdecken. Trotzdem war ich froh, als ich dann am Montag endlich „wirklich“ angekommen bin. Doch der Montag war in vieler Hinsicht ein Neustart. Ich lernte nicht nur meine Gastfamilie kennen, ich war auch das erste Mal in der Schule: der Wakatipu High School.

Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie aufgeregt ich also am Montagmorgen war.

In der Schule wurden wir dann mit Informationen zugeschüttet. Die ersten zwei Tage wurde viel organisiert: die Schuluniform, der Stundenplan, der Schülerausweis, unsere Accounts für die Onlinenetzwerke… Am dritten Schultag begann dann der wirkliche Unterricht. Ich habe die Fächer English Visual & Creative, Mathematics, Art, Hard Materials Technology, Maori und Outdoor Education gewählt.

Ich wurde in dieser Woche mit neuen Eindrücken überschüttet. Und ich bin mir sehr sicher, dass Queenstown die richtige Entscheidung war. Die Natur ist atemberaubend. Manchmal hat man das Gefühl, der Ausblick wäre gemalt. Überall –und ich meine WIRKLICH überall- um einen herum sind Berge. Und bei solch einer Stadt wie Queenstown wird mir auch nicht langweilig werden. Denn wenn man mal genug von Wandern und Natur bestaunen hat, gibt es immer noch ein tolles Stadtzentrum mit zahlreichen Möglichkeiten. Ich bin total überwältigt!

Also, viele Grüße vom „schönsten Ende der Welt“ 

Haere Mai – Welcome to New Zealand!

Nach einem langen Flug mit sehr kurzer Umsteigezeit (weil mein erster Flug -wegen “technischer Probleme“- schon eine Stunde zu spät startete und auch der zweite aufgrund des schlechten Wetters mit “etwas“ Verspätung los flog) habe ich es doch noch, wieder erwarten, rechtzeitig nach Queenstown geschafft.

Am Flughafen hat mich meine Host Mum der Welcome Family erwartet und nun ist endlich Zeit für ein bisschen Ruhe. Also: See you!

Es geht los!

Eigentlich wollte ich schon gestern einen Beitrag hoch laden. Aber beim Packen fand sich -was für eine Überraschung- keine Zeit. Also schreibe ich jetzt. Mein Flug von Tegel nach Doha geht um 18:10 Uhr, von Doha geht es dann weiter nach Auckland und von da nach Queenstown. Am Donnerstag morgen werde ich dann von meiner Welcome Family willkommen geheißen. Ich habe jetzt nicht mehr viel Zeit. Also bis dann!

Queenstown

Ich komme nach –Trommelwirbel bitte – Queenstown. Die Stadt mit rund 12.000 Einwohnern liegt auf der Südinsel am Wakatipu Lake. Obwohl Queenstown ziemlich klein ist, ist die Stadt sehr bekannt für ihre Möglichkeiten im Outdoor-Sport. Somit ist es auch eine Stadt, die von zahlreichen Touristen heimgesucht wird. Die Berge ermöglichen das Ski fahren und der riesige See sowie andere Gewässer diversen Wassersport. Man kann wandern, klettern, campen,… Und für alle Adrenalin-Junkies: Queenstown ist die Wiege des Bungee-Jumping. Keine Sorge, ich darf (und will!!) nicht springen.

Meine Schule wird die „Wakatipu High School“ sein. Sie ist nach dem Lake Wakatipu benannt, an dessen Ufer Queenstown liegt. Mit circa 700 Schülern ist es eine recht kleine Schule, was aber nicht heißen soll, dass es eine nur geringe Fächerwahl geben wird.

Neuseeland allgemein

Wer von euch „Der Hobbit“ oder „Herr der Ringe“ gesehen hat, bekam ja schon einen kleinen Einblick in dieses magische Land. Aber wie kommt es zu dieser speziellen Natur?

Neuseeland ist durch den Ozean von all den anderen Landflächen abgeschottet und hat sich deshalb unabhängig entwickelt. So gab es auf Neuseeland zum Beispiel keine Säugetiere, wodurch der Kiwi (das Nationaltier Neuseelands) keine natürlichen Fressfeinde hatte und somit keine Flügel, wie jeder andere Vogel, entwickelte. So geschah es auch mit der restlichen Natur. Kein Landlebewesen konnte den Ozean überqueren. Dann kamen per Schiff irgendwann die Polynesier, die Vorfahren der Maori. Sie waren die ersten Menschen auf Neuseeland, kamen schon lange bevor die Inseln von den Europäern entdeckt wurden. Die Kultur der Maori spielt übrigens auch heute noch eine wichtige Rolle in Neuseeland. So sind zum Beispiel die Landessprachen Englisch, Maori und neuseeländische Gebärdensprache (-> übrigens ist Neuseeland das einzige Land mit einer Gebärdensprache als Nationalsprache, weltweit <-). Auch der Haka (Kriegstanz der Maori) ist in Neuseeland weit verbreitet. Dass in Neuseeland zehnmal mehr Schafe als Menschen leben, ist übrigens auch erstaunlich, wenn man bedenkt, dass es diese eigentlich gar nicht auf diesen Inseln geben dürfte. Auch interessant ist, dass Neuseeland das erste Land war, welches auch Frauen ein Wahlrecht zugestand.

Warum Neuseeland?

Wenn ich Bekannten von dem geplanten Jahr in Neuseeland erzähle, gibt es für gewöhnlich zwei Arten von Reaktionen: Ich wurde von vielen Personen gefragt, ob in meinem Koffer noch Platz für einen blinden Passagier sei. Leider musste ich sie mit einer Postkarte vertrösten und auch sonst habe ich schon zig Leuten Postkarten versprochen. (Ich sehe schon vor mir, wie ich nur am Schreiben bin und extrem viele NZD für Briefmarken ausgeben werde.) Aber, und nun kommen wir zur gegensätzlichen Reaktion, wurde ich auch oft gefragt…

„Wie kommst du denn auf Neuseeland?“

… Und deshalb möchte ich euch hier meine ach so bedeutsamen Beweggründe präsentieren:

Ich denke, es ist am einfachsten, von vorne anzufangen. Vor drei Jahren: Die erste Austauschmesse, die ich besuchte. Als ich hin ging, stand für mich fest, dass ich in die USA möchte. Als ich wiederkam konnte ich das nicht mehr behaupten. Dass mein Zielort Neuseeland ist, habe ich somit wohl den Standbetreuungen einiger Organisationen zu verdanken. Denn immer wenn ich mit jemandem redete, der sein Auslandsjahr in Neuseeland gemacht hatte, kam mir so eine Lebensfreude und Begeisterung entgegen, dass ich mich auch bei anderen Ständen bewusst nach dem Land der Kiwis umhörte. Und ich hörte nur Positives: von Aufgeschlossenheit, Toleranz, spannender Kultur. Ich bin sicher, dass diese Werte auch auf viele andere Länder zutreffen. Aber auf mein jüngeres Ich hat das Eindruck gemacht. Also habe ich mich auch nach der Messe mehr mit Neuseeland beschäftigt, auf neuen Messen nach Neuseeland gefragt. Habe die Natur, die Kultur und so viel mehr bewundert. Meine Schwärmerei für Neuseeland hat sich durch die „Recherche“ nur verstärkt. Und für mich stand fest: DA will ich hin!!!

Ra pai! (Guten Tag!)

Wie auch immer du auf diese Seite gestoßen bist, du bist herzlichst eingeladen, mich bei der aufregendsten Zeit meines Lebens zu begleiten.

Aber erst einmal sollte ich mich wohl vorstellen:

Mein Name ist Saskia. Ich habe nun die Mittlere Reife abgeschlossen und werde, bevor ich weiter die Schulbank drücke, erst einmal ein Jahr am anderen Ende der Welt verbringen: Neuseeland. Den Traum, ein Auslandsjahr zu machen, verfolge ich schon seit 3 Jahren. Ich besuchte Messen, informierte mich ausführlich und ehe ich mich versah, waren die drei Jahre rum. Damals war es nur ein Gedanke, eine Möglichkeit. Ich weiß nicht, wann ich den Entschluss gefasst habe, das hier durchzuziehen. Aber an dem Punkt, wo ich die Formulare unterschrieben habe und die Frage kam „Möchtest du das wirklich tun?“, kam meine Antwort überraschend schnell. Denn ich wusste, würde ich es nicht tun, würde ich es ewig bereuen.

Ja, ich weiß, dass es nicht leicht wird. Und ich möchte auch, dass ihr das wisst: Ein Auslandsjahr besteht nicht nur aus neuen Erfahrungen, Spaß und tollen Erlebnissen. So wie es Hochs gibt, werden mich auch Tiefs erwarten. Heimweh, Kulturschock, … . Dieses Schuljahr wird eine Achterbahnfahrt. Und ich hoffe, dass auch die schweren Erfahrungen mir helfen werden, über mich hinaus zu wachsen.